Projekte in Tibet

In den frühen Jahrens des Vereins AGAPE e.V. hat Christine Weitmann auch von Nepal aus das Hochland von Tibet besucht und auch dort eine Schule gegründet. In dieser sollten Kinder tibetanischer Abstammung nach den Leitlinien ihrer Kultur unterrichtet werden. Zu diesem Zeitpunkt war Tibet - nach einer kurzen Phase einer quasi-Unabhängigkeit zwischen 1912 und 1951 - bereits wieder in das Hoheitsgebiet Chinas übergegangen. Die Schule von AGAPE wurde schon wenige Jahre später von der chinesischen Regierung übernommen. Damals war eine Reise von Nepal aus nach Tibet noch möglich. In der Zwischenzeit (Stand 2022) ist eine Einreise über das Upper Mustangtal nach China nicht mehr möglich. Die militärische Lage ist sehr angespannt. Projekte direkt in Tibet sind nicht mehr möglich.

 

Im Upper Mustangtal gibt es noch viele Einwohner tibetanischen Ursprungs, die in der Mehrheit in den Konflikten der 1950-er Jahren aus Tibet geflohen sind bzw. von dort vertrieben wurden. Einen davon haben wir in 2022 kennengelernt. Tenzin Chompel hat im Upper Mustangtal ein beeindruckendes Projekt in die Wege geleitet und zu seinem Lebenwerk gemacht. Die Schule in Ghiling wurde von uns bereits finanziell unterstützt. Sie soll das tibetanische Kulturgut in Nepal erhalten und ermöglicht den Kindern aus den Dörfern vorort eine Schulausbildung.

 

Nachdem es ständig Unruhen im Upper Mustangtal gab, hat die nepalesische Regierung mehrere Flüchtlingscamps für die tibetansiche Minderheit aufgemacht. Dort leben die Tibetaner, ohne in die nepalesische Gesellschaft integriert zu werden, aber auch mit nur notdürftiger Unterstützung durch die nepalesische Regierung. Für dieses Camp stehen wir bezüglich einer Beratung zur Verbesserung der Wasserversorgung mit Tashi Lama, dem Leiter des Jampaling Settlements in der Nähe von Pokhara im Kontakt.

 

AGAPE-Waisenhäuser und Schulen in Indien, Nepal und Bangladesch

Seit der Gründung der AGAPE e.V. hat der Verein mehr als 20 Schulen vor allem in Indien, aber auch in Bangladesch, Nepal und Tibet eröffnet. Projekte in Tibet werden inzwischen durch die chinesische Regierung verweigert. In den anderen Projektländern sind mit wenigen Ausnahmen (Gobardanga und Goljani) die Schulen inzwischen geschlossen worden. Dies ist keine traurige Nachricht, sondern Folge einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und dem flächendeckenden Zugang zu Bildung für alle Kinder in öffentlichen Schulen. Dies führt zu neuen Aufgaben, Herausforderungen aber auch Chancen. Unsere Projektpartner wissen sehr gut, was aktuell benötigt wird.

 

  • Eine staatliche Schule in der Umgebung bedeutet nicht automatisch, dass alle Kinder dorthin gehen dürfen. Machmal finden Eltern - oftmals selbst Analphabeten - dass Bildung nicht wichtig ist. Dann muss eine entsprechende Überzeugungsarbeit geleistet werden und wenn nötig, bei den wirklich sehr armen Familien eine finanzielle Unterstützung erfolgen, wenn das Kind zur Schule kann, statt auf dem Feld oder im Haushalt mitzuhelfen. Hier sind gibt es erste Projekte in Nepal und Bangladesch bald tätig.
  • Nicht alle Kinder kommen im Unterricht gleich gut mit. Es sollte also Einrichtungen geben, in denen den Kindern beim Lernen geholfen wird. In diesen Einrichtungen können auch weitere Fächer wie Englisch und Computer-EDV vermittelt werden. Solche Einrichtungen werden von der AGAMEE in Indien betrieben.
  • Vorschulklassen oder Kindergärten gibt es sehr häufig nicht. Auch solche Projekte möchte AGAMEE mit unserer Unterstützung durchführen.
  • Waisenhäuser im eigentlichen Sinne betreiben und unterstützen wir derzeit noch nicht. Ähnliche Einrichtungen stellen die Madrashas in Bangladesch dar. Dorthin werden Kinder von sehr armen Familien gegeben und erhalten neben Kost und Logie auch Schulunterricht. Diese Schulen sind ein Tätigkeitsschwerpunkt der AGAPE Bangladesh bei der Versorgung mit sauberem Trinkwasser.
  • Das ehemalige Schulgebäude von AGAPE in der Nähe von Chitwan stand nun mehrere Jahre leer. Es gehört dem Forstamt. Neuesten Aussagen zufolge kann es von der United Serve Society, Nepal bald als dauerhafter Veranstaltungsort für Erwachsenenbildung verwendet werden.